Pflege & Öl

Holzbretter gehen selten kaputt — sie werden vernachlässigt. Diese Anleitung verhindert das.

Ein gut behandeltes Holzbrett überlebt die Küche, in der es liegt. Ein schlecht behandeltes wirft sich innerhalb eines Jahres. Der Unterschied sind vier Handgriffe.

Vor dem ersten Gebrauch

Waschen Sie das Brett einmal mit warmem Wasser und etwas Spülmittel ab, um Rückstände aus der Fertigung zu entfernen. Dass sich das Wasser dabei leicht verfärbt, ist normal — es sind Gerb- und Farbstoffe aus dem Holz, kein Mangel. Danach gründlich trocknen und einmal mit Paraffinöl einreiben.

Nach jedem Gebrauch

  1. Kurz unter fliessendem Wasser reinigen, mit Spülmittel und Schwamm. Nicht einweichen, nicht im Spülbecken liegen lassen.
  2. Sofort trocknen — mit Küchenpapier oder einem Tuch, beide Seiten.
  3. Aufrecht stehen lassen, bis es vollständig trocken ist. Flach liegend trocknet nur die Oberseite, die Unterseite bleibt feucht — und das ist die häufigste Ursache dafür, dass ein Brett zu wippen beginnt.

Niemals in die Spülmaschine

Das ist kein Vorsichtshinweis, sondern eine Garantie: Die Kombination aus 60 Grad Hitze, aggressiver Lauge und einer Stunde Dauernässe löst die Verleimung an, treibt Wasser tief ins Holz und lässt die Oberfläche aufreissen. Ein Holzbrett übersteht das ein paar Mal — dann ist es hinüber.

Ölen: wann, womit, wie

Wann: Wenn Wasser nicht mehr abperlt, sondern in die Oberfläche einzieht, und das Holz stumpf und blass aussieht. Bei täglicher Nutzung heisst das etwa alle drei bis vier Wochen, bei gelegentlicher Nutzung zwei- bis dreimal im Jahr.

Womit: Paraffinöl in Lebensmittelqualität (auch als Weissöl oder medizinisches Weissöl bezeichnet). Es härtet nicht aus, wird nicht ranzig und ist geschmacksneutral.

Was Sie nicht nehmen sollten: Speiseöle wie Oliven-, Raps- oder Sonnenblumenöl. Sie werden im Holz ranzig, riechen nach einigen Wochen unangenehm und lassen sich nicht mehr herausbekommen.

Wie: Grosszügig mit einem Tuch auftragen, 20 bis 30 Minuten einziehen lassen, überschüssiges Öl abwischen. Das Brett soll sich danach seidig anfühlen, nicht fettig.

Wenn doch etwas passiert

Hygiene — kurz und faktisch

Holz ist als Schneidunterlage hygienisch unproblematisch. Die Kapillarstruktur zieht Feuchtigkeit samt Bakterien ins Innere, wo diese ohne Nährstoffe absterben; Gerbstoffe in Eiche und die Thermobehandlung bei Esche unterstützen das zusätzlich. Entscheidend bleibt trotzdem die Trockenheit: Ein Brett, das nach dem Spülen aufrecht steht, ist die sicherere Variante — unabhängig vom Material.

Für rohes Fleisch und Fisch empfiehlt sich wie überall ein eigenes Brett, das nicht für Salat und Brot verwendet wird.